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    15. Dez. 2018
Kaiserslauterns Rathaus und Stifstkirche von oben
Gewalt gegen Frauen

Frauen haben auf dieser Erde trotz vieler Gleichberechtungsgesetze, trotz Menschenrechtserklärung und UNO-Resolutionen immer noch nicht denselben Stellenwert wie Männer. Es wird ihnen nicht mit demselben Respekt entgegen getreten und ihre elementaren Rechte sind oft ungeschützt.


Veranstaltungen zum Internationalen Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen" 2018

Grafik zum Internationalen Tag
© TERRE DES FEMMES

"GESICHT ZEIGEN!"

Am Sonntag, 25. November 2018 anlässlich des Internationalen Tags "NEIN zu Gewalt an Frauen" laden die Gleichstellungsbeauftragte und 29 Organisationen der Stadt Kaiserslautern ins Rathausfoyer ein.

Beginnend um 15:00 Uhr wird der Tag dieses Mal unter dem Motto "Gesicht zeigen!" begangen. Es geht um das Thema "sexuelle Gewalt", das unfassbar als Mittel zur Kriegsführung immer noch eingesetzt wird. Ein derart aktuelles Thema, dass sogar dieses Jahr der Friedensnobelpreis an eine Frau und einen Mann verliehen werden, die sich genau dieser Thematik seit Jahren annehmen und jetzt dafür ausgezeichnet werden: Nadia Murad und Denis Mukwege." 

Zeigen Sie mit Ihrer Teilnahme am 25. November Solidarität gegen Gewalt gegen Frauen. 

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei. 

Am Montag, 26. November 2018 um 12:00 Uhr beginnt der Solidaritätszug am Rathaus. Hierzu bitten wir ebenfalls um rege Teilnahme. Herzlich willkommen.


"GESICHT ZEIGEN!"

Foto-Ausstellung im Rathausfoyer vom 19. November bis 14. Dezember 2018 - Eröffnungsfeier 25. November, 15:00 Uhr.

In diesem Jahr findet unter dem Motto "GESICHT ZEIGEN!" die Ausstellung "STOLEN GIRLS" von Andy Spyra im Rathaus statt. Es geht um die von Boko Haram geraubten und wieder freigelassenen Mädchen.

Hiermit ergeht herzliche Einladung, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Näheres zum Programm entnehmen Sie bitte gerne angefügtem Flyer.


 

Gewalt gegen Frauen, in welcher Form auch immer, natürlich auch gegen jeden anderen Menschen, kann nicht akzeptiert werden.

 

Denn

  • Gewalt missachtet die Würde eines Menschen,
  • Gewalt verletzt den Körper und die Seele und
  • Gewalt zerstört Beziehungen.

 

Es gibt zwei Formen von Gewalt gegen Frauen:

  1. Die psychische Gewalt, wenn bspw. Frauen mit Worten fertig gemacht, benachteiligt oder angeschrieen werden.
  2. Und es gibt die physische Gewalt, wo Frauen um ihr Leib und Leben fürchten müssen. Davon legt die stets voll belegte Frauenzufluchtsstätte in der Stadt Kaiserslautern Zeugnis ab, in der jährlich viele Frauen Schutz vor gewalttätigen Männern suchen müssen.

 

Nachfolgende Gewalttaten, die Frauen überall auf der Erde erfahren müssen, rufen in der Öffentlichkeit, zumindest in Deutschland, stets zu Recht Empörung hervor, nämlich:

 

  • dass Frauen dem Frauenhandel ausgesetzt sind,
  • dass Frauen gegen ihren Willen zur Prostitution gezwungen werden,
  • dass Frauen zum sexuellen Objekt reduziert werden,
  • dass Frauen gegen ihren Willen zwangsverheiratet werden,
  • dass Frauen im Namen der Ehre ermordet werden und
  • dass Frauen und Mädchen alten Traditionen folgend beschnitten werden.

 

Anders ist es allerdings, wenn die Gewalt gegen Frauen vor unserer Haustür, die Gewalt in der Nachbarwohnung oder die Gewalt in der eigenen Familie passiert. Hier wird gerne schnell mal weggeschaut und oft diese Gewalt gegen Frauen zur Privatsache erklärt. Meist wird argumentiert, dass sich bei Gewalt im häuslichen Umfeld, so nennt man das im Fachjargon, am besten niemand einmischen sollte. Oder, was manchmal passiert, ist, dass wir Rechtfertigungen für die Gewalt gegen Frauen haben. Aber hier ist eindeutig festzuhalten:

Selbst dort, wo in der häuslichen Umgebung Frauen Männer „provozieren“, gibt es kein Recht der Männer ihren Frauen Gewalt anzutun. Dieses Recht ist nirgends verbrieft. Gewalt in jeder Form ist eine Straftat. Siehe das Gesetz zu Gewalt in engen sozialen Beziehungen und Stalking (GesB).

 

Der gefährlichste Ort für Frauen ist deshalb immer noch die häusliche Umgebung und die größte Gefahr geht von Familienangehörigen und Bekannten aus.

TERRE DES FEMMES, die weibliche Weltorganisation sagt hierzu:

„Im eigenen Heim leben Frauen am gefährlichsten. Weltweit ist das so, auch in Deutschland. Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen: häufiger als Verkehrsunfälle und Krebs zusammen genommen. Für Frauen ist das Risiko, durch einen Beziehungspartner Gewalt zu erfahren, weitaus höher als von einem Fremden tätlich angegriffen zu werden. Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit sind dabei völlig bedeutungslos. In Deutschland ist oder war schon jede vierte Frau Opfer von Häuslicher Gewalt. Ihr eigenes Zuhause ist der gefährlichste Ort für eine Frau.“

Was kann die Gesellschaft, sprich jede und jeder Einzelne gegen Gewalt gegen Frauen konkret tun:

  • Es geht darum, das Problem der Gewalt an Frauen als ein ernst zu nehmendes Problem wahrzunehmen.
  • Es geht darum, deutlich zu machen, dass Frauen das Recht auf ein freies und selbst bestimmtes Leben haben, und das überall auf der Welt.
  • Und letztlich geht es darum deutlich zu machen, dass Gewalt kein legitimes Mittel zur Durchsetzung der Interessen von Männern ist.

 

Letztendlich ist es dann auch noch so, dass die Männergewalt gegen Frauen und Mädchen die Solidargemeinschaft, also Deutschland, jährlich mehrere Milliarden Euro Kosten verursacht. Kosten für Justiz, Polizei, ärztliche Behandlung und Arbeitsausfälle. In 80 - 90 Prozent der Fälle häuslicher Gewalt sind Frauen die Opfer und Männer die Täter. Jährlich fliehen rund 40 000 Frauen in Deutschland mit ihren Kindern in Frauenhäuser.

Dokumente
Standort
Gleichstellungsstelle
Willy-Brandt-Platz 1
67657 Kaiserslautern
  • 0631 365 - 2350
  • 0631 365 - 2339
  • E-Mail
  • Öffnungszeiten
  • Mo - Do
    08:00 - 12:30 Uhr
    13:30 - 16:00 Uhr

    Fr
    08:00 - 13:00 Uhr

Hilfetelefon-Hotline
Frauen, die von Gewalt bedroht oder betroffen sind, können folgende kostenlose Hotline anrufen:

08000 116 016